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Tourismus generell Touristenbeherbergung Ökotourismus

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Ökotourismus

„Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet“
(Hans Magnus Enzensberger)

Die Touristen strömten weltweit die letzten Jahrzehnte zunehmend aus, vollbrachten ihr Werk der Zerstörung in so einem Maße, dass nun sogar gehandelt wird. Nach menschlicher Manier zwar noch etwas chaotisch, aber immerhin mit Namen versehen: Der Ökotourismus ist in aller Munde, um bereits Gefundenes noch zu retten.

Jahr des Ökotourismus

2002 wurde zum Internationalen Jahr des Ökotourismus ausgerufen. 1000 Teilnehmer aus 130 Ländern verabschiedeten auf dem ersten Ökotourismus-Gipfel der UN in Kanada die „Erklärung von Quebec zum Ökotourismus“. Schlagworte hierbei sind Qualität und Genuss, verträglich reisen soll auch dabei sein. Über die Krisenstimmung im Tourismus können alternative Reiseveranstalter gut lachen, mit Wachstumsraten bis zu 50 Prozent gibt es im „Forum anders reisen“ einen gänzlich anderen Trend. Wann ein Ort zum sozial und umweltverträglichen Reiseziel wird, zeichnen weltweit inzwischen 60 Labels aus. Neben dieser Vergabe von Umweltzeichen werden zahlreiche Wettbewerbe ausgeschrieben, Preise verliehen und sonstige Förderungen initiiert. Da selbst die Fachleute ob soviel ökologischen Reisemöglichkeiten den Überblick verlieren, dürfen wir als Verbraucher und zukünftige Anbieter in diesem Bereich ungeniert verwirrt sein. Zumal bei genauerer Betrachtung die Sache nicht klarer wird, von Umweltverträglichkeit wollen wir noch gar nicht reden.
Versuch eines kleinen Überblicks:

Viabono

Die neue Dachmarke für umweltverträgliche Reiseangebote hat das natürliche geniessen als Motto. Viabono wird von mehr als 20 Umwelt-, Verbraucher- und Tourismusverbänden , Gemeinden und Behörden unterstützt. Der Reisende soll auf nichts verzichten, geschweige denn Komfort, doch Qualität, Erholung und Reiseerlebnis erwarten dürfen. Der Umweltschutz soll als erklärtes Ziel mit dem Wohlbefinden der Gäste, ihrem Interesse an Natur, der Gesundheit und Kultur, den Bedürfnissen Erwachsenen und auch Kindern vereint werden.
Bis jetzt werden hier seit Herbst 2001 etwa 100 Anbieter mit einem einheitlichen Zeichen ausgewiesen. Als Bewerber um dieses Label muss man ausführliche Kriterienkataloge erfüllen. So muss erläutert werden, wie man Abfall vermeidet, Energie und Wasser spart, ob man umweltschonende Anreisen unterstützt, Lärmbelästigung vermeidet. Themen wie die Bedürfnisse spezieller Gästegruppen (Nichtraucher, Allergiker, Diabetiker) werden abgefragt und auch der Natur- und Landschaftsschutz, umweltverträgliches Bauen, regionale Wirtschaftskreisläufe und Umweltmanagement interessiert.

Blaue Schwalbe

Die Blaue Schwalbe wird bereits seit 1990 vom Reisemagazin „Verträglich Reisen“ für umwelt- und sozialverträgliche Unterkünfte verliehen. Bis jetzt enthält die Liste ca. 120 Häuser von Finnland bis Spanien. Als Mindestkriterium muss ökologisches Wirtschaften eingehalten werden. Dies beinhaltet saisonale und nationale Gerichte, die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Energie-, Wasser- und Abfallmaßnahmen bis hin zur verträglichen Freizeitgestaltung. Auch die Einhaltung der Tarifvereinbarungen wie der regulären Gesetzte wird überprüft.

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Visit

In der Initiative Visit haben sich (bisher) 10 größere europäische Labels für umweltverträglichen Tourismus zusammengeschlossen. Hohe Standards erfüllen insbesondere die Zeichen für Unterkünfte wie Hotels, Campingplätze und Jugendherbergen. Um welche Standards es hierbei genau geht, ist schwer zu recherchieren. Aber ich arbeite daran.

  • Frankreich: das Les Clefs Vertes (www.clefsvertes.ifrance.com),
  • Österreich: das Umweltzeichen für Tourismusbetriebe (www.umweltzeichen.at),
  • Holland: das Milieubarometer (www.milieubarometer.com),
  • Luxenburg: das EcoLabel (www.emweltzenter.lu),
  • Dänemark, Estland, Grönland, Schweden: der Grüne Schlüssel (Groenne Noegle) (www.dengroennenoegle.dk),
  • England: das Green Tourisme (www.green-business.co.uk),
  • Italien: Legambiente Turismo für die Emilia Romagna (www.legambienteturismo.it) und
  • Schweden und Norwegen: der „Nordische Schwan“ (www.svanen.nu)
  • International: der Grenn Globe, ein internationales Zertifikat für Umweltmanagement im Tourismus (www.greenglobe21.com)

ECEAT - Urlaub auf Biohöfen

Und hier geht es eindeutig um die Umwelt, wie sie gebräuchlich verstanden wird. Der Qualitätstest von ECEAT interessiert sich für den Umgang mit Wasser, Abfall und Energie. Die Baubiologie wird abgefragt und auch die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird nicht vergessen. Die Angebote für Kinder und die Möglichkeiten der Mitarbeit auf einem Ökohof ergänzen den Fragekatalog. Nach einem bestandenem Test, wird man durch das Label in den Reiseführern von ECEAT geführt.

Wenn unser Dorf soweit ist ein Label zu erhalten, werden wir uns unter

  • http://www.eco-tip.org/
  • http://www.eco-tour.org/

im Detail informieren.

Sinn und Unsinn von Ökolabels
-Spagat Zwischen Schein und Sein

Inwieweit ein Label für Umweltverträglichkeit oder sogar Umweltschutz steht wird noch debattiert. Die Menge an möglichen Auszeichnungen und unterschiedliche Kriterien für ihre Erlangung lassen eine klare Linie zwar vermissen, was jedoch nichts an ihrer Beliebtheit ändert.

Immer mehr Tourismusunternehmen stellen UmweltberaterInnen ein, die sich um ein ökologisches Image des Reiseangebotes bemühen müssen. Die Strategien, mit denen das Bild von der sauberen, intakten Umwelt wieder hergestellt wird, sind dabei häufig fraglich. Was nicht wundern dürfte, da es bei der Einstellung der Damen um das Image der Umwelt geht und nicht um dieselbe selbst.

Doch die Konsumenten wollen tatsächlich etwas für die Umwelt tun, immerhin sind sie bereit bei manchen Reiseanbietern sogar einen Betrag im Voraus zu bezahlen, der an den Reisefond für nachhaltigen Tourismus geleitet wird.

Die Regierungen entwickeln auch zusehend ein Interesse den Einnahmegaranten Tourismus durch Nachhaltigkeit zu schützen. Zwar sind das bis jetzt oftmals nur jene Regionen, die bereits mit dem Problemen des Massentourismus kämpfen (Mallorca, Malediven) doch lässt diese Entwicklung durchaus Hoffnung für die Türkei zu.
Ein Dorf wie wir es planen, wird auf Unterstützung stoßen. Der Nährboden für Entwicklungen unserer Art ist vorbereitet, ein Gedeihen in diesem Bereich würde der Kapitalismus als Boom bezeichnen.

Und damit nicht genug: wir starten unser eigenes Label...

Anna

 

 
 

 

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