Jurten
von Claudius Kern
Moderner JURTENBAU - Meilensteine einer Entwicklung
Wege aus der Armutsfalle und Entmenschlichung
Muss damit die Raum- und Bauordnung tiefgreifend umgeschrieben werden? Tatsächlich verhindert sie massiv jede sinnvolle Rücksiedlung von der Stadt aufs Land. Bei der derzeitigen Bevölkerungsdichte stehen jeder Person theoretisch 1,8 ha nutzbarer Boden zur Verfügung. Die Deutschen brauchen jedoch über vier, die Amerikaner sogar mehr als sechs Hektar. Der Grund liegt hauptsächlich in der Entstehung von „Agrar-Fabriken“ statt Bauern- und Gärtnerhöfen. Handarbeit steigert die Bodennutzung um ein Vielfaches - und das erst recht bei gleichzeitiger Ökologisierung, die kleinräumig am besten realisierbar ist. Nur will das auch gelernt sein!
Indes sind die Städte durch ihre extreme Natur-Entfremdung der Gärtopf eines todkranken Bewusstseins und Systems, das systematisch die Erde zerstört. Die Bereitschaft zu solch einem tiefgreifenden Umdenken liegt hingegen politisch fast völlig außer Sichtweite. Die Natur bzw. der Wahn einiger Mächtiger wird dieses Problem also auf eine uns ganz gewiss nicht angenehme Art lösen. Um aber wenigstens die möglichen Aus-Wege aus dem kollektiven Holocaust so klar zu legen, wie es den Umständen entsprechend geht, braucht es beherzte Menschen, die bereit sind, trotz der bürokratischen Hürden die not-wendenden Schritte zu tun.
Dazu bieten Wohn-Jurten ein immenses Potenzial, zumal das Leben in den Städten immer unerträglicher wird. Zeit und Kosten ihrer Herstellung betragen etwa ein Zehntel gegenüber dem herkömmlichen Wohnbau. Die Haltbarkeit der Außenhaut liegt derzeit bei einer Generation, der übrigen Teile bei einem ganzen Leben. Wohn-Jurten ermöglichen einen entscheidenden Schritt aus der Armutsfalle (auf die sich insbesondere Deutschland rasant zubewegt) - freilich nur für jene, die davon Kenntnis bekommen und zu dieser Umstellung bereit sind. In England konnte nach siebenjährigem Kampf die hierzulande noch sehr starke bürokratische Mauer gegen diese Chance endlich durchbrochen werden. Am Kontinent beginnt er aber erst. Vor allem viele junge Menschen ohne Aussicht auf ein- und erträgliche Arbeit wenden sich mit der Hoffnung auf geringstmögliche Wohnkosten und Selbstversorgung an unser Institut. Um ihnen gerecht zu werden, müssen wir auch die ganzen mit einer solchen Siedlungsform verbundenen Themen aufarbeiten. Dabei handelt es sich um eine dringende Not-Situation. Gerade weil wir allenthalben beobachten, wie eine natur- und menschenverachtende Wirtschaftsform hemmungslos ihr Kapital aus den Leiden der Menschen (genauer gesagt: aller Lebewesen) schlägt, sehen wir es als oberste Pflicht an, unsere Hilfe „open source“ anzubieten. Das heißt, das ganze Know-How geht nicht in eine Produktionsfirma mit den üblichen Konkurrenz- und Verheimlichungsspielregeln, sondern wird über Seminare und Beratungen zur Gänze weitergereicht. Nun ist allerdings die moderne Jurtenbauweise sowie die Befähigung zu einem möglichst autarken Leben vergleichbar mit der Entwicklung des Autos aus der Pferdekutsche. Und wir stehen damit erst am Anfang. Um hier rascher voranzukommen, soll eine sehr dynamische und handfeste Bewegung aus dieser Quelle schöpfen dürfen. Nur so können wir alldem, was da noch auf uns zukommt, mit gutem Gewissen in die Augen schauen... Dr. Claudius Kern, Forschungsgemeinschaft für naturgerecht-rundes Bauen und Leben, Petersbergenstr. 17, A-8042 Graz, Tel.: +43/316-426 653, www.jurtenbau.de, http://jurten.heim.at, email: sinnergon[at]gmx.net
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Florian hat ein Video in Graz gedreht. Gezeigt wird die Jurte von Claudius.
Download: Jurtenvideo
Achtung: Der Film wiegt stolze
27MB!
Das heißt wer mit einem herkömmlichen Modem unterwegs ist wird lange brauchen, bis das Video auf Festplatte ist. |